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  • Julia

Tourenberichte - Auf Durchquerung: Großvenediger Teil 1

In unserer Kategorie Tourenberichte nehmen wir euch mit auf ausgewählte Touren. Lasst euch inspirieren und taucht ab in die faszinierende Welt unserer Berge.


Heute geht es auf die Reise zu einem der weißen Riesen Österreichs.


Der Großvenediger. Schon der Name klingt ehrfurchtgebietend. Mit 3657 Metern Höhe, ist er der höchste Berg in den Hohen Tauern und liegt direkt am Alpenhauptkamm. Durch seine allseitig starke Vergletscherung und die vier markanten Grate bietet er ein imposantes Erscheinungsbild.

Und so trägt er nicht unverdient den Beinamen "die weltalte Majestät", den ihm damals einer seiner Erstbesteiger, Ignaz von Kürsinger, gab.


Doch zurück zum Anfang. Unsere Tour beginnt bereits im Tal mit einem imposanten Anblick. Die Krimmler Wasserfälle sind mit 380 Metern Fallhöhe die höchsten Wasserfälle Europas und die fünfthöchsten weltweit.

Mit diesem Bild im Kopf steigen wir zu Stefan in den Van. Stefan ist der Hüttenwirt der Warnsdorfer Hütte, die er mit seiner Frau Elli zusammen führt. Stefan ist außerdem ebenfalls Bergführer und auf der Fahrt durch das wunderschöne Krimmler Achental tauschen wir uns über vieles aus, was der Beruf und das Leben mit den Bergen so mit sich bringt. In uns beiden kommt gleichzeitig so ein bisschen der Gedanke hoch, wie das wohl wäre, zusammen eine Hütte zu betreiben.

Warum wir überhaupt ins Auto steigen? Der Hüttenzustieg von ca. 20 Kilometern ist zwar wunderschön, gesäumt von blühenden Almwiesen und der rauschenden Ache, zieht sich aber dementsprechend und wir schonen unsere Beine für die bevorstehenden Tage. Unterwegs bleiben wir ab und zu stehen, öffnen und schließen Viehgatter und sprechen auch über die Vergangenheit des Tals. So zeigt Stefan auf einen Pass, über den jüdische Flüchtlinge von einheimischen Bergführern ins benachbarte Italien geschleust wurden. Geschichtsträchtiger Boden also, der einen nachdenklich werden lässt.



An der Materialseilbahn angekommen geht es für die letzten paar hundert Höhenmeter zu Fuß weiter. Wir überqueren eine riesige alte Nassschnee-Lawine und geben Gas. Auf zur Hütte bevor wir nass werden, denn schon ziehen die ersten Wolken auf.


Nach einem herzlichen Willkommen auf der Hütte und einer kurzen Mittagspause inklusive Wetter-Kriegsrat und Tourenplanung geht es für uns noch einmal raus in den Schnee.

Firn-Ausbildung ist angesagt. Rauf und runter geht es an einem ca 40 Grad steilen Hang. Mal langsam, mal schnell, Trittstufen schlagen, das ganze Programm.

Leider ist dieser Spaß nur von kurzer Dauer, denn jetzt werden wir wirklich von einer Regenfront ins Hütteninnere vertrieben. Aber kein Problem - im Kletterraum frischen wir die Selbstrettung aus der Spalte auf.



Nach dem Abendessen machen wir uns ausgepowert, satt und zufrieden mit dem aktualisierten Wetterbericht an die Planung der nächsten Tage. Schönwetterbergsteigen fällt aus. Stattdessen müssen wir unsere Tourenabschnitte penibel an die Vorhersagen anpassen und Änderungen an der Route in Kauf nehmen. Aber auch, oder gerade das, gehört zum Bergsteigen. Flexibel sein, klug planen, Risiken vermeiden und dadurch das beste aus den Verhältnissen herausholen. Da für den nächsten Tag ab Mittag starke Gewitter angesagt sind heißt es früh in die Federn und auch früh wieder raus. Um 4 Uhr morgens starten wir mit Stirnlampen bewaffnet den Aufstieg Richtung Gamsspitz und Krimmler Törl.

Kur vorm Gipfel eine blauer Fetzen Himmel der sich schnell ausbreitet. Wo vorher nur weiß war sehen wir uns plötzlich umgeben von einer umwerfenden Kulisse und die Sonnenstrahlen die durch die Wolken brechen bereiten uns ein surreales Lichtspektakel. Die Begeisterung und Dankbarkeit für diesen kurzen Augenblick ist fast greifbar und zu lesen auf den Gesichtern aller.


Beflügelt von diesem Anblick geht es gut gelaunt auf unseren ersten Gipfel. Dass wir dort schon wieder in der weißen Suppe stehen, macht uns jetzt nichts mehr aus.


Weiter geht es im Teil 2 - coming soon!



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